THE MINE

Um ehrlich zu sein, hatte ich Kentucky vor dieser Reise nicht wirklich auf dem Schirm. Was ich mit Kentucky in Verbindung brachte, war lediglich die Fastfood-Kette mit dem alten Mann im Logo. Bis letzten Herbst! Als ich im Internet plötzlich auf die Bilder eines neuen Untergrund-Mountainbike-Parks in einer alten, stillgelegten Kalksteinmine gestoßen bin, wurde ich neugierig. Der Megacavern Bikepark ist in Louisville/Kentucky. Eine Gegend die bekannt ist für Bourbon Whiskey und Legenden wie Muhamed Ali, aber von Bikeparks hatte ich dort noch nichts gehört.

Da ich richtig Biken will, zu Hause aber tiefster Winter herrscht, gab ich dem Untergrund eine Chance. Also wurde ein Flug gebucht, mein Canyon Spectral AL 29 und das Stitched eingepackt und schon war ich wenige Tage später in Kentucky. Bei eiskalten -24°Celsius vor Ort kann man nicht von einer Winterpause sprechen. Für den Osten Amerikas hatte sich eine der härtesten Kältefronten der letzten 15 Jahren für diese Woche angesagt. Bingo! Sogar die Niagara Fälle waren teilweise eingefroren.

In meiner Vorstellung erhoffte ich mir beim Betreten der Mine zunächst einen rustikalen Aufzug der mich zum Mittelpunkt der Erde bringt. Tatsächlich konnte man dort einfach mit dem Auto hineinfahren und so in die gewaltigen „Räume“ gelangen. Die Mine ist heute tatsächlich als unterirdisches „Gebäude“ deklariert und ist mit 100 Hektar Fläche das größte im Bundesstaat Kentucky. In den 30er Jahren wurden in den Limestone-Minen große Mengen Kalkstein zum Straßen- und Brückenbau aus dem Fels gesprengt. Über 40 Jahre war das ein blühendes Geschäft und wäre es wahrscheinlich bis heute noch, wenn der darüber liegende Zoo nicht protestiert hätte. Seit der Stilllegung der Mine stand diese über 20 Jahre brach, bis ein Geschäftsmann aus der Abfallwirtschaft auf die Idee kam, das Bergwerk mit Bauschutt, Lehm und Altreifen wieder aufzufüllen. So wurden nach und nach die 25 Meter hohen Räume wieder aufgefüllt. Tom, der smarte Geschäftsmann hinter der Idee erklärte mir alles ausführlich. Nach einigen Stunden Besichtigung wollte ich dann aber endlich aufs Rad und den Bike Park sehen. Auch wenn ich auf ersten Bildern nur die Dirt Jumps gesehen hatte, wusste ich, dass es hier vor allem richtige Trails gibt. Tatsächlich besteht der Großteil des Areals aus Singletrails. Der äußere Rand ist eine grün gekennzeichnete Strecke. Die verschiedenen Farben kennzeichnen die Schwierigkeitsgrade. Neben den einfachen grünen Lines gibt es eine Vielzahl blauer Strecken mit Bodenwellen, engen Kurven und einfachen Sprüngen. Die schwarzen Tracks sind dann schon mit Drops und steilen Kickern versehen. Es sind so unfassbar viele kleine Abzweigungen, Verbindungen und Lines, dass ich einige Stunden brauchte, um mir einen groben Überblick auf dem etwa 100.000 qm großen Areal zu verschaffen.

Circa 45 Trails sollen es sein, wenn alles fertig ist. Unglaublich wie hier jeder Meter sinnvoll genutzt wurde. Verantwortlich dafür ist der erfahrene und bekannte Trail Builder Joseph Prisel vom Burlington Bike Park. Er baut hier seit Monaten an dem größten Indoor Bike Park der Welt. Nach ein paar Runden fahren komme ich tatsächlich ins Schwitzen. Der Großteil der Wege lässt sich wie ein endloser Pumptrack fahren. Um mit Speed durch die Lines zu kommen, muss ich richtig pushen und die Wellen und Kurven ausnutzen. In den hinteren Bereichen des Parks liegt die Temperatur bei angenehmen und geothermisch aufgewärmten 16°Celsius. Kaum vorstellbar, dass man bei den eisigen Temperaturen über der Erde dort unten in T-Shirt und Shorts biken kann. Im Winter ist es aber nicht nur warm, sondern vor allem trocken. Der Staub in der Mine stellt allerdings ein kleines Problem dar. Bei hohem Fahrbetrieb entstehen relativ große Staubverwirbelungen. Deswegen werden die Lines permanent bewässert. Im Sommer hat man dort unten eine hohe Luftfeuchtigkeit und man kann sich das Bewässern sparen. Es ist sehr beeindruckend welche Hingabe und Manpower hier gleich von Anfang an in die Streckenpflege und Sicherheit gesteckt wurde. Jeden Tag werden zwei Stunden vor Eröffnung des Parks die Sprünge ausgebessert, Lines geshaped und von losem Dreck und Geröll befreit.

Mit meinem 29er Spectral AL bin ich auf den Trails mit dem richtigen Bike unterwegs. Doch für die Jumpline muss das Dirtbike her. Und schon hat man wieder mehr als 15 Optionen um durch die drei Hauptlines zu kommen. In der Megacavern treffen sich die BMX Kids, Racer, Dirt Jumper und auch einige auf ihren Enduros, um etwas Airtime zu schnuppern. So einen Mix unterschiedlichster Bikes an einer Location habe ich vorher noch nie gesehen. Manche Fahrer sind seit 10 Jahren nicht mehr auf dem Bike gefahren. Da es nun diese Möglichkeit gibt, graben alle ihre alten Dirt Bikes, BMX oder Klunker aus der Garage. Hauptsache es hat zwei Räder und rollt über den Dreck.

Ich hatte schon diverse Gerüchte im Vorfeld über diesen Park gehört. Aber als ich das Potential dieser Anlage mit meinen eigenen Augen gesehen habe, wusste ich, dass dort etwas Großartiges erschaffen wurde. Von diesem Spot wird man in den nächsten Jahren mit Sicherheit noch eine Menge hören. Die Motivation mit der die Leute vor Ort an die Sache gehen, konnte man in jedem Detail erkennen. Es ist nicht nur eine Spinnerei für eine Saison sondern alles hat Hand und Fuss und eine Nachhaltigkeit für die kommenden Jahre.

Nach ein paar produktiven und intensiven Sessions unter Tage und einer sehr guten Zeit in Louisville, kann ich nur sagen, dass dieser Bike Park bei jedem Mountainbiker auf der „To-Do-Liste“ weit oben stehen sollte.

Filming by Sebastian Doerk, Infinite Trails | Canyon Bikes

CANYON FREERIDE JUGENDCAMP 2013

Dieses Jahr fand das Canyon Freeride Jugendcamp vom 5. – 10.August zum ersten mal in Saalbach-Hinterglemm statt. Der Wechsel von Leogang nach Saalbach hat meine Erwartungen mehr als übertroffen. Es war mit abstand das sicherste und qualitativ hochwertigste Camp der letzten Jahre. 58 Jugendliche im Alter von 11 – 16 Jahren wurden von erfahrenen Jugendcamp Coaches und Bike-Profis wie Tibor Simai, Mathias Schell, Gregor Alff, Angie Hohenwarter, Felix Gotzler, Lukas Reumi, Martin Schlichenmaier und Christian Morgenroth betreut.

Ein Grund für den Locationwechsel war der Platzmangel und der hohe normale „Verkehr“ der in Leogang auf den wenigen Strecken herrscht. Für die Jugendcamp Gruppen war es sehr schwer an den Strecken sicher stehen zu bleiben um lohnende Pausen einzulegen oder effektives Sektionstraining zu abzuhalten.

In Saalbach hingegen haben wir Platz auf über 5 Bergen mit zahlreichen Bikepark-Typischen Strecken wie die Blue- und Pro Line oder auf der neu und einfach zu befahrbaren Z-Line. Die Milka Line und die X-Line bieten sich ebenso Ideal an um alle Jugendlichen mit einem hohen Spaß Faktor den Berg hinunter zu begleiten und Ihnen in Ruhe alle unsere Fahrtechnik-Tipps zu vermitteln.

Doch neben all den gebauten Kursen fanden wir in der Saalbach Region auch viele natürliche und hochalpine Singletrails welche wir den Kids auch zeigen konnten. Mit viel Flow und tollem Ausblick führte und der Hacklberg- und der Buchegg Trail direkt zu unserer Top Unterkunft, dem neu gebauten Young Generation Resort Buchegg.

Die neuen und super ausgestatteten 6-Bett Zimmer belegten wir locker mit nur vier Personen. Sehr viel Platz im Ganzen Haus, dem eigenen Spiel-Casino sowie großem Leinwand-Kino hatten wir mehr geboten bekommen als wir nutzen konnten.

Ein Spezielles Programm bekamen die Teilnehmer des neuen Jugendcamp PLUS Camps, welches zur selben Zeit am gleichen Ort parallel zum „normalen“ Jugendcamp stattfand.

Das Plus-Camp ist für Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren und richtet sich an versierte Racer und und Freerider oder einfach an fortgeschrittene Fahrer die ein höheres Level in ihrem Fahrkönnen erreichen wollen. Daher kamen die zwei Gruppen unter der Leitung Von Gregor Alff und Tibor Simai zu einer sehr individuellen Betreuung. Nicht nur auf den Bikes ging es für die „plus Gruppe“ ordentlich zur Sache – auch spezielles, funktionelles Training am frühen Morgen brachte die Jungs ordentlich zum Schwitzen. Mit einer umfangreichen Ernährungsberatung und wertvollen Tipps zum professionellen Training wurden vom Münchner bklyn athletics Trainer Daniel Christl, vermittelt.

Zum Thema Sicherheit beim Camp setzten wir auch hier neue Maßstäbe. Mit Jugendlichen am Berg und bei einem Sport bei dem Stürze und Verletzungen leider nicht aus bleiben, versuchen wir dennoch mit unserem erfahrenen Trainer-Team die Risiken zu minimieren. Trotzdem bleiben sich Stürze und leichte Verletzungen nicht aus. Dafür haben wir einen eigenen Arzt, von der Münchner Schön-Klinik anreisen lassen der für Alle Fälle bereit stand. Jedoch konnte Dr. Altenberger die meiste Zeit bei strahlendem Sonnenschein gemütlich in der Sonnenliege abhängen – denn wir gaben ihm kaum etwas zu tun. So sollte es sein!!

Die Mittagspausen verbrachten wir bei sehr leckerem und gesundem Essen am Spielberg Haus, Bergstadl Alm, Sportler Alm, Heurigen Stube oder im Hexenhäusl. Auch da sorgten wir für viel Abwechslung und gesunder Verpflegung. Unser Base-Camp am Reiterkogel setzte ebenso neue Standards: Das Canyon Service Center mit zahlreichen Test-Bikes für die Jugendlichen bot für die Kids auch zusätzlich Technik-Workshops an die gut besucht wurden. Die ION Lounge war immer prall gefüllt mit Obst, Gemüse und Getränken. Auch am Schattberg Express richteten wir eine kleine Verpflegungs-Station ein damit auch die Gruppen dort ausreichend mit Getränken und Obst versorgt werden konnten.

An den Abenden überließen wir die Jugendlichen nicht ihnen selbst und ihren iPods und iPhones, nein wir machten jeden Abend lustige und herausfordernde Geschicklichkeits-Spiele bei denen die Jungs zahlreiche Preise gewinnen konnten. z.Bsp. gab es Preise von Canyon, ION, Contour, Vans, TSG, Schwalbe, Spank, Muc Off und Oakley. Jeden Tag wurden die Zimmer kontrolliert und die saubersten und gestalterisch kreativsten Zimmer bekamen die Hauptpreise. Doch schon im Welcome Pack, welches jeder Teilnehmer bekam fanden sich Riegel von Life Food, Schwalbe Schläuche, Lichter von Knog, Deuter Freeride Taschen, Canyon Schlüsselanhänger, das aktuellste Freeride Magazin und das wichtigste: das ION Jugendcamp Shirt!

Canyon fertigte für den „Cleanest Bike Contest“ extra eigene Pokale an die mit einem Muc-Off Cleaning Set und Deuter Rucksack gewonnen werden konnten.

Einen Kino Abend mit dem legendären „Where The Trail Ends“ Film machten wir auch um den Tag ausklingen zu lassen.

Rundum also ein sehr erfolgreiches Camp welches ganz klar auch dem tollen Support seitens Saalbach-Hinterglemm und der Famile Hasenauer vom Buchegg Resort zu verdanken ist. Vielen, vielen Dank für die tolle Unterstützung!

Wir kommen nächstes Jahr sehr gerne wieder. Das Canyon Freeride Jugendcamp hat ein neues und für die Zukunft vielversprechendes Zuhause gefunden.

Danke an alle Sponsoren, Coaches, Betreuer und Partner, sowie allen Jugendlichen die teil genommen haben. Es war eine spitzen Sommercamp Woche!

See you next year!

Save the date: 3. bis 9. August 2014

ROB-J Heran und Alps Bike Tours

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